Frage: Warum enthält meine privatärztliche Rechnung einen Steigerungsfaktor von 2.3?

Antwort: Die ärztliche Abrechnung von privatärztlichen Leistungen regelt die Allgemeine Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) verbindlich und eindeutig. Diese Gebührenordnung ist vom deutschen Gesetzgeber erstellt worden. Hierin sind alle abrechnungsfähigen ärztlichen Leistungen genau beschrieben und mit einem sogenannten Punktwert und einen Kostenwert in Euro versehen.
Dieser „Rohwert“ wird dann mit einem Steigerungsfaktor multipliziert, wobei § …… der GOÄ eindeutig regelt, dass der Faktor 2,3 der Regelfaktor für die ärztliche Abrechnung ist.
Höhere Steigerungsfaktoren müssen vom Arzt immer begründet und im Vorfeld in Form schriftlicher Verträge mit dem Patienten vereinbart werden. Der Einfache Gebührensatz kommt nur in wenigen Fällen, wie zum Beispiel im Rahmen von speziellen Rabattverträgen mit den Berufsgenossenschaften zum Einsatz.
Bitte beachten Sie, dass für ärztliche Rechnungen grundsätzlich auch dann der Regelsatz 2,3 gültig ist, wenn der Patient mit seiner Versicherung im rahmen eines Sondertarifs einen davon abweichenden Regelsatz vertraglich vereinbart hat. Dies erklärt sich aus der Tatsache, dass der Patient mit seiner Versicherung lediglich eine Erstattung zu bestimmten Konditionen vereinbaren kann. Dies muss jedoch nicht zwingend auf die Rechnungslegung des Arztes Auswirkungen haben.
Eine Übernahme der reduzierten Steigerungsfaktoren durch den Arzt stellt daher immer ein Entgegenkommen des Arztes dar, worauf kein Anspruch besteht.