Frage: Warum müssen bei der Sehschärfenbestimmung bei Kindern, spezielle Tropfen angewendet werden?

Antwort: Das kindliche Auge funktioniert wie eine Autofocuskamera. Es stellt sich unbewußt auf alle notwendigen Sehabstände ein. Dies ist grundsätzlich ein sehr nützlicher Mechanismus, der aber bei der Sehschärfenbestimmung beim Augenarzt störend sein kann, weil sich das Auge durch Anstrengung, die Sehschärfe betreffend, verändert. Dies würde bei der Messung zu falschen Ergebnissen führen.
Aus diesem Grund wendet der Augenarzt spezielle Tropfen an, die die autoregulativen Mechanismen des kindlichen Auges für eine gewisse Zeit einmal ausschalten, so dass dann ganz entspannt der wahre Sehfehler des Kindes gemessen werden kann. Ein Nebeneffekt ist dabei, dass sich die Pupille erweitert und das Sehen in der Folge verschwommen ist. Dies soll Sie also nicht beunruhigen.
Die dann anschließende Messung ist eine sogenannte objektive Refraktionsmessung, das heißt, das Kind muss dabei nicht lesen oder ansonsten kooperieren.
In Ausnahmefällen wird diese Art der objektiven Messung auch bei anderen Patienten vorgenommen, deren Kooperationsfähigkeit in irgendeiner Weise eingeschränkt ist.
Die eingesetzten Tropfen haben einen Wirkeintritt nach frühestens 60 Minuten. Wir werden Sie hierüber bereits bei der Terminvergabe und erneut beim Tropfentermin informieren.
Bitte haben Sie dann Geduld, bis die volle Tropfenwirkung eingetreten ist. Erst dann sind verlässliche Messungen überhaupt möglich.
Die Tropfenwirkung geht in den folgenden Stunden zurück und sollte am Folgetag nicht mehr vorhanden sein. In seltenen Einzelfällen kann es aber durchaus auch zu einer verzögerten Rückbildung der Wirkung kommen. Sollten Sie Zweifel haben, Kontaktieren Sie uns bitte.
Bei heranwachsenden Kindern und Jugendlichen raten wir zur regelmäßigen Messung unter Tropfenwirkung, weil sich die Augen und mit Ihnen die Sehschärfenwerte wachstumsbedingt verändern.