Frage: Warum bekomme ich unter Umständen ein anderes Arzneimittel in der Apotheke, als das, was der Arzt mir auf dem Rezept verordnet hat?

Antwort: Grundsätzlich entscheidet der Arzt auf Grund seiner Untersuchungsergebnisse, welches Arzneimittel sein Patient erhalten soll. Dieses verschreibt er mit Hilfe eines Rezeptes.
Seit längerer Zeit gib es jedoch spezielle Verträge zwischen den Krankenkassen und den Apotheken, die diese aus Kostengründen verpflichten, bei jedem Rezept zu prüfen, ob es ein günstigeres sog. Nachahmerpräparat gibt. Der Apotheker ist dann verpflichtet, dieses günstigere Arzneimittel an den Kassenpatienten abzugeben.
Der behandelnde Arzt hat hierauf zunächst keinen Einfluss, erhält oftmals erst durch den Patienten überhaupt Kenntnis davon.
Leider verändern sich die Preise einiger Arzneimittel sehr schnell und auch häufig, so dass es dazu kommen kann, dass jeweils ein anderes Präparat das zurzeit Günstigste ist und an den Patienten abgegeben wird. Die Folge ist, dass der Patient für das immer gleichlautende Rezept jeweils andere Präparate erhält.
Dies muss Sie grundsätzlich nicht irritieren, weil durch eine rechtliche Regelung sichergestellt ist, dass das Vergleichspräparat den gleichen Wirkstoff hat, wie das vom Arzt ursprünglich verordnete Medikament.
Ich möchte an dieser Stelle jedoch klar zum Ausdruck bringen, dass ich, als Arzt, mit dieser Regelung nicht einverstanden bin, weil es immer wieder zu ganz erheblicher Verwirrung bei den Patienten führt. Gleichzeitig halte ich das Arzt-Patienten-Verhältnis einerseits und die Therapiefreiheit des Arztes andererseits für sehr schützenswert und stehe damit jedwedem Eingreifen von Dritten sehr kritisch gegenüber.
Nur in ganz wenigen Fällen, wenn zum Beispiel wichtige medizinische Gründe gegen den Austausch gegen ein günstigeres Medikament sprechen, kann der Arzt mit einem entsprechenden Vermerk auf dem Rezept darauf bestehen, dass genau das von ihm verschriebene Medikament von der Apotheke abgegeben wird.